Startseite Rad-Reiseberichte Mit dem Rad durchs Socatal nach Triest

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After Work Unit

2 x wöchentlich
Dienstag & Donnerstag
Treffpunkt: 18:00 Uhr
INTERSPORT Eybl Nord
1210 Wien,  Seyringerstr. 15
Dauer: 2 - 3 Stunden

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Erste Ausfahrt
22.04.2014

 

Partner

 







Termin: 11. bis 14. Juni 2009
Teilnehmer:  40 RadlerInnen

 

Was machte diese Reise so interessant, dass sie bereits 4 Wochen davor ausgebucht war.  Wahrscheinlich gab es dafür mehrere Gründe, wie zum Beispiel,
• eine unvorstellbar schöne Landschaft
• ein militär-historisch interessantes Gebiet
• eine sportliche Herausforderung
• trotzdem eine Radtour zum Genießen
• logistisch nur mit dem Bus sinnvoll zu organisieren


Um die große Teilnehmerzahl bewältigen zu können, setzte Elite Tours 3 Reiseleiter ein und konnte so noch besser seine leistungsorientierte Gruppenphilosophie umsetzen. Rot stand unter der Leitung Sabines, Karol führte die blaue Gruppe und Wilhelm übernahm die pflegeleichten Lilas.
 

Startschwierigkeiten am Anfang – könnte man die ersten 5 Kilometer der Radtour bezeichnen. Gewohnt professionell und pünktlich verlief die Anreise bis in den noblen Luftkurort Bled gleich hinter dem Karawankentunnel. Nach dem Einchecken im neurenovierten *** Hotel Slavica ging es an den Wocheinersee.  Der türkisblau Bergsee am Fuße des Triglavmassivs lud zu einer Umrundung ein. Zu Fuß wäre es kein Problem gewesen, mit dem Fahrrad aber war der Fußweg am westliche Ufer jedoch nur mit Moutainbikes zu befahren. Fazit –  die Reiseleiter beschlossen umzukehren. Gerade in diesem kritischen Moment verfinsterte sich der Himmel und erste Regentropfen fielen zu Boden. Hektik kam auf. Grelle Blitze und Donnergrollen wurde vom Echo der steilen Felswände mehrfach verstärkt. Zum Glück war ein Gasthaus in der Nähe in dem alle Unterstand fanden. Je länger das Gewitter dauerte, umso tiefer sank die Stimmung. Kein Wunder, waren doch alle voll Tatendrang und waren noch nicht einmal 5 Kilometer geradelt. Nach eineinhalb Stunden Warten musste eine Entscheidung her. Der Busfahrer Hannes wurde gerufen. Er sollte die, die nicht im Regen radeln wollten, zurück ins Hotel nach Bled bringen. Doch plötzlich öffnete sich der Himmel, die Sonne kam zum Vorschein und ließ die faszinierende Bergwelt der Region Bohinj (Wochein) in goldenem Glanz erscheinen.

 

Logistische Glanzleistung
Der zweite Tag war eine Herausforderung an alle Beteiligten. Sabine und ihre rote Gruppe hatten den berühmt berüchtigten Vrsic-Pass zu überwinden. Diese, für den österreichischen Nachschub im ersten Weltkrieg erbaute Passstraße ist besonders steil und mobilisierte die letzten Reserven. Für Hannes war es eine Meisterleistung. Wegen der Längenbeschränkung konnte der Radanhänger nicht für die Auffahrt benützt werden. Somit wurden die Räder der blauen und der lila Gruppe zerlegt im Kofferraum auf 2 Mal hinaufbefördert. Das bedeutete für Hannes 2 Mal Vrsic und 1 Predil-Pass um nach Bovec, dem 2. Nächtigungsort, zu gelangen.
 

1000 Meter in einem Stück hinunter – unbeschreiblich geil – war die Abfahrt für die Radler von der Passhöhe.  Bovec (Flitsch) war eine wichtige österreichische Stellung im 1. Weltkrieg. Mischa, ein lokaler Führer der Stiftung „Wege des Friedens“ zeigte und erklärte die damaligen historischen Ereignisse. Unweit von den Stellungen und Schützengräben befindet sich der Soldatenfriedhof der gefallenen österreichischen ungarischen Gebirgsjäger.
 
Erlebnis für alle Sinne

5 Kilometer flussabwärts von Bovec befindet sich Sloweniens größter Wasserfall. Der Boka Slap bricht ein eine Breite von 30 Meter aus dem Fels und fällt über 100 Meter tief. Eine 10 Minuten dauernde Wanderung brachte uns zum idealen Besichtigungspunkt. Schon von weiten konnte man das Tosen des mächtigen Wasserfalls hören. Kobarid und Tolmin sind die größeren Ansiedlungen am Oberlauf der Soca. Unweit von Tolmin befindet sie die sehenswerte Tolminka Schlucht, die natürlich auch auf dem Programm unserer Radtour stand.
Stadtrundfahrt Görtz
Pünktlich auf die Minute trafen alle 3 Gruppen (rot/lila/blau) in Gorizia ein. Nach einem kurzen Aufenthalt im Hotel, ging es gemeinsam mit dem lokalen Fremdenführer per Rad zur Stadtrundfahrt.  Die ehemalige Grenze beim Bahnhof, Synagoge, Piazza Vittoria, Burg der Grafen von Görtz und der Radfahr-Tunnel standen am 2 stündigen Programm.
 

Der Flitzer von Duino
Der letzte Tag entlang des zum träg fließenden Isonzo mutierten Fluss sollte keine große Herausorderung mehr bringen. Trotzdem ereignete es sich auf der Schlussetappe nach Triest, das alle erstaunte und gleichzeitig erheiterte.
Nach einem kurzen Stopp beim Mahnmahl der gefallenen Soldaten der 13 Isonzo-Schlachten in Redipuglia war die Mittagspause in Duino direkt unter der Burg am Meer geplant. Natürlich verlockte die 21° C warme Adria zu einem kurzen Sprung ins Wasser. Leider hatten nicht alle ihre Badehose mit, was in der heutigen Zeit normalerweise ja kein Problem ist. Nicht so im prüden Italien. Bereits nach wenigen Minuten war die Polizei aufgefahren, um den Nacktbadenden zu bestrafen. Nur durch vielmaliges Entschuldigen und das Anziehen der Radhose unter Wasser konnte Schlimmeres verhindert werden.

Ende sehr gut
Normalerweise kann man um diese Zeit gut entlang der Strandpromenade nach Triest einfahren. Diesmal wäre es ein Spießrutenlauf geworden. Wegen des herrlichen Badeswetters war ab Schloss Miramare der gesamte Strand von badehungrigen Italienern überseht. Die Straße war wiederum mit Autos und Mofas verstopft, weil noch mehr an den Strand hinausfahren wollten. Dagegen war Triest wie ausgestorben. Während die Crew die Räder ein letztes Mal im Anhänger verstauten, suchten die Teilnehmer ein schattiges Plätzchen im Stadtzentrum für die Mittagspause.
 

Pünktlichkeit war ein Zier, denn weiter kommt man nur mit ihr!
Dieses leicht abgeänderte Sprichwort wurde von allen beherzigt und somit war diese Reise unter anderem auch ein schönes Gruppenerlebnis.
Letzter Akt: 15:30 Treffpunkt  beim Bus und Rückfahrt nach Wien.

Zusammenfassung: Eine Radtour vom Feinsten. TOP Organisation.


Bilder: Fotogalerie